Hinter der Mauer: Ein Abenteuerspielplatz für Erwachsene

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(c) Martin Steffen / Stiftung Zollverein

Es sind doch einige MEIN ZOLLVEREIN-Erzähler, die die Zeit nach der Zechenschließung als Abenteuerspielplatz empfunden haben. So viele Jahre blickten sie auf die Mauer, auf das verbotene Areal, auf das Mythen umrankte Kumpel-Terrain und plötzlich hatten sie freien Eintritt. Nicht dass keiner mehr aufgepasst hätte, aber die Schlupflöcher und das gesamte Areal waren zu groß, um alle Stellen ständig im Auge zu behalten.
So stromerte die Enkelgeneration der einstigen Hauer, Anschläger und Maschinisten über das Gelände und fahndete nach spannenden Relikten der verlassenen Hochleistungszeche. Und was sie fanden! Vieles darf immer noch nicht erzählt werden, wird auch nicht erzählt, oder doch? Im geplanten MEIN ZOLLVEREIN-Buch werden über 100 persönliche Geschichten veröffentlicht.

Vorab kann man aber noch anderweitig kreativ sein! Zu unserem Erzählprojekt gehören eben nicht nur Schreib-Workshops, sondern auch drei weitere künstlerische Workshop-Angebote, die dazu einladen, schlummernde Talente zu wecken und Schätze zu heben.

Bereits abgeschlossen sind die sogenannten „Digitalen Geschichten“. Der britische Medienkünstler Matt White war zu Gast mit seinem Teampartner Alexander Schmidt, um das langjährig bei der BBC erprobte Format auch hier vor Ort umzusetzen. Mit Hilfe von alten Fotos und Erinnerungstücken wurde eine Art Diashow-Kurzfilm gestaltet. Dazu haben die Teilnehmer ihre Geschichte in einem Tonstudio eingesprochen. Digitale Geschichten sind eine Art Video-Produktion mit Fotos und der eigenen Stimme. Eine hübsche Idee, die persönlichen Erinnerungen nochmal ganz anders herauszubringen.

Tom Deußen zum Beispiel hat es gut gefallen. Er nutzte den Workshop, um seine eigenen gemalten Bilder mit Fotos der Zeche Zollverein zu überblenden. Tolle Idee! Er erzählt über ein aufregendes Erlebnis beim Zechenfest Mitte der 90-er Jahre. „Ich stromerte durch das wilde Gebüsch unter dem Gebäude“, heißt es in seiner Geschichte. „Da entdeckte ich eine kleine Treppe, die oben mit einer alten massiven Eisentür abschloss. Einen Versuch war es wert, und siehe da: die Türe war nicht richtig verschlossen…“ „Tag der offenen Tür“ hat Tom Deußen die Geschichte augenzwinkernd überschrieben. In Kürze ist sie auf dieser Webseite zu finden.

„Tag der offenen Tür“ heißt es für MEIN ZOLLVEREIN Workshop-Interessenten vom 2. bis 5. Januar 2014. Dann werden Hörspiele produziert und Kunststücke erschaffen. Wir sagen fröhliche Weihnachten und alles Liebe für 2014. Kommen Sie gut rüber!

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