Tränen der Rührung und der Freude: MEIN ZOLLVEREIN-Geschichten werden lektoriert

(c) Martin Steffen / Stiftung Zollverein

Um es vorweg zu nehmen: Ja, es standen schon Tränen in den Augen. Die Lektoren der MEIN ZOLLVEREIN-Geschichten haben sich in ihre Arbeitszimmer zurückgezogen und lesen derzeit 100 Geschichten Korrektur. Manche Geschichten sind ordentlich saumselig. Ernüchterung pur ist hingegen die „Zeichenkontrolle“. Kein Text darf – inklusive Leerzeichen – länger als 4000 Zeichen sein. Da wird um jedes Zeichen gerungen.

Bei der Rechtschreibung wird diskutiert: Schreibt man Lokomotivkohle jetzt zusammen oder mit Bindestrich – also „Lokomotiv-Kohle“? Selbstverständlich müssen auch die Bergbau-versierten Profis vom Denkmalpfad ran um zu prüfen, ob die bergmännischen Beschreibungen dem fachmännischen Blick standhalten. Gibt es eigentlich Bergmanns-Latein?

Adolf Stephan, Berglehrling in den 50-er Jahren, stellt in seiner Erzählung auf jeden Fall fest: „Die Kumpel waren ein besonderes Volk. Viele schöne Witze waren im Umlauf…“. Danke, Herr Stephan, genau dafür lieben wir die kernigen Jungs von einst. Die Kumpel, die alles drauf haben, hilfsbereit sind, immer einen lockeren Spruch auf der Lippe und eine Idee, wenn keiner mehr weiter weiß. Glück Auf der Steiger kommt. Mit „Glück Auf“ wurden die Kollegen in den Schreibstuben allerdings nicht gegrüßt, wurde uns erzählt. „Die sind ja nicht eingefahren“, heißt es.

Für viele im MEIN ZOLLVEREIN-Team neu ist die Geschichte von Claus Fr. Dürscheidt. Wer hätte gedacht, dass der CASINO Zollverein-Betreiber in den 80-er Jahren schon die Kult-Zeche in Bochum initiiert hat und eigentlich Film- und Fernsehjournalist ist? Das Buch wird viele Geschichten erzählen, die so noch niemand gehört hat, die so noch in keinem Buch gemeinsam veröffentlicht wurden.

Tränen in den Augen gibt es auch nach wie vor bei den Fotoshootings – dem kalten Wetter geschuldet. Martin Steffen, unser Fotograf, ist immer noch auf der Suche nach der Schokoladenseite der zu portraitierenden Erzähler. Mal vor Backstein, mal vor Doppelbock, in der Natur oder mit Blick in die Kolonie. Jolanta Nölle, MItglied des Vorstandes der Stiftung Zollverein, hat sich für das Minus-Grade-Shooting warm eingemuckelt. Hier im Bild allerdings nur das so genannte Polizeifoto, das es unserer Grafikerin und dem Verlag erleichtern soll, auch alle Bilder tatsächlich den richtigen Erzählern zuzuordnen.

Jetzt am Samstag, 7. Dezember beginnt der Workshop Digitale Geschichten mit den Medienkünstlern Matt White aus Bristol und Alexander Schmidt aus Stuttgart. Darüber demnächst mehr an dieser Stelle.

3 Gedanken zu „Tränen der Rührung und der Freude: MEIN ZOLLVEREIN-Geschichten werden lektoriert

  1. Meta Wunderlich

    Tolles Foto von Frau Nölle. Kann man bei dem Projekt noch mitmachen? Wann wird das Buch fertig? Liebe Grüße Meta Wunderlich

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    1. MEIN ZOLLVEREIN

      Vielen Dank! Die Erzähler für das Buch sind allesamt schon gefunden. Aber man kann noch eine digitale Geschichte erarbeiten (Workshop beginnt am Samstag, 7.12. um 11 h im Triple Z) oder ein Hörspiel oder ein Kunststück (Workshops vom 2.-5. Januar, Infos s. unter Termine/Workshops). Das Buch erscheint Anfang 2014.

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  2. Friedel Bolus

    Ja die 4000 Zeichen viel zu kurz für unsere Geschichten da wurde einiges gekürzt umgeschrieben und machte ne menge Arbeit finde es schade das nur wenig Platz für unsere Geschichten blieb aber wird bestimmt ein tolles Buch

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